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6.01.2026

Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news864888

Nadine Berger M. Sc. Unternehmenskommunikation
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

"Ob eine Herzinsuffizienz entsteht und wie sie verläuft, hängt nicht nur von körperlichen, sondern auch von externen Einflussfaktoren und der Dauer der Exposition ab. Das haben Forschende der Universitätsmedizin Mainz mit einer internationalen Forschungsgruppe mittels einer systematischen Übersichtsstudie herausgefunden. Demnach sind sowohl individuelle Risikofaktoren, wie beispielsweise Bluthochdruck und Bewegungsmangel, als auch belastende Umweltfaktoren, wie schlechte Luft, Lärm und Hitze, wichtige Ansatzpunkte für die Prävention. Die Studienergebnisse sind heute in der aktuellen Ausgabe von Nature Reviews Cardiology veröffentlicht worden. ....

Umweltfaktoren wirken langfristig und gleichzeitig

Die internationale Forschungsgruppe mit Beteiligten aus den USA, unter anderem Harvard Medical School, Yale School of Medicine und Columbia University, wertete zahlreiche Studien zum Einfluss einzelner Umweltbelastungen auf Herzinsuffizienz aus. Dazu zählen unter anderem Feinstaub, Verkehrs- und Fluglärm, extreme Temperaturen, künstliches Licht in der Nacht und toxische Metalle wie Blei und Cadmium. Entscheidend für die Krankheitsentwicklung ist, so ein Ergebnis der Studie, dass diese Einflüsse nicht isoliert auftreten, sondern gleichzeitig, über Jahre hinweg und häufig bereits in frühen Lebensphasen wirken. „„Die kontinuierliche Interaktion des Menschen mit den Einflussfaktoren seiner Umwelt führt zu einer erheblichen kumulativen Belastung auf Bevölkerungsebene“, erklärt Dr. Hahad. ...

Prävention über die Medizin hinausdenken

Die Autor:innen der Studie kommen aufgrund der erlangten Erkenntnisse zu der Empfehlung, Prävention und Versorgung von Herzinsuffizienz ganzheitlicher zu denken und zu gestalten. Neben medizinischen Maßnahmen plädieren sie für Maßnahmen zum Schutz der Luftqualität sowie vor Lärm und Hitze."

Originalpublikation:

Omar Hahad, Sojin Wass, Sanjay Rajagopalan, Shady Abohashem, Hua Hao, Ana Navas-Acien, Lavanya Bellumkonda, Kai Chen, Robert D. Brook, Khurram Nasir, Philipp Lurz, David E. Lanfear, Arvind Bhimaraj, Sadeer Al-Kindi.
The environmental exposome in heart failure risk and progression, Nature Reviews Cardiology (2026) DOI: https://doi.org/10.1038/s41569-026-01247-1

dazu auch Interview von Prof. Thomas Münzel: Risiko für Infarkt und Schlaganfall

»Wir verschleiern, wo die wahre Gefahr fürs Herz liegt«

"Hohes Cholesterin? Der Kardiologe Thomas Münzel warnt eher vor einem Herztod durch Lärm und Schadstoffe. Er erklärt, wie sich jeder vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen kann." ...

"Die vielen Schadstoffe im Boden, im Wasser und in der Luft. Schauen Sie sich die Zahlen an: Ein erhöhter Cholesterinwert löst jedes Jahr weltweit schätzungsweise vier Millionen Todesfälle aus. Bei der Luftverschmutzung sind es dagegen acht Millionen, das sind mehr als beim Rauchen. Nur der Bluthochdruck tötet noch mehr Menschen. .... Wir müssen Lärm, Luftverschmutzung und Hitze als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Leitlinien der europäischen sowie der deutschen Gesellschaft für Kardiologie aufnehmen. Und wir müssen Programme für die Aus- und Weiterbildung entwickeln, damit Kardiologen bei ihrer Arbeit nicht nur an die traditionellen Risikofaktoren, sondern vielmehr an die Umwelt denken, also Richtung Klimakardiologe....."

Ein SPIEGEL-Gespräch von Jörg Blech und Martin Schlak vom 22.1.2026

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/infarkt-und-schlaganfall-risiko-wir-verschleiern-wo-die-wahre-gefahr-fuers-herz-liegt-a-401e5d00-02fb-4e28-a9a3-375b08617dc3 (leider hinter der Bezahlschranke)

Website von Prof. Münzel: https://www.thomasmuenzel.de



28.01.2022 

Von der "Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen"

Tödliches Kohlenmonoxid dringt durch alle Wände

  • Neuer Forschungsbericht bestätigt Permeation von Kohlenmonoxid (CO) durch Wände, Decken und Böden in andere Räume
  • Bereits eine geringe CO-Belastung über einen längeren Zeitraum kann zu chronischen Vergiftungen mit Langzeitfolgen führen
  • Gesundheitsschädliches Atemgift lässt sich nur mit Hilfe technischer Sensoren aufspüren …… 

Pressemitteilung: https://www.presseportal.de

Über die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen:

Die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen wurde im Jahr 2018 gegründet. Zu den Mitgliedern gehören der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD), die Bundesarbeitsgemeinschaft Notärzte (BAND), der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV), der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik sowie die Netze BW und verschiedene Hersteller von Kohlenmonoxid-Meldern.

Forschungsbericht:  https://ibk-heyrothsberge.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/IDF/IBK/Dokumente/Forschung/Fo_Publikationen/imk_ber/IMK-209.pdf

Kommentar Scherrmann: Ich finde es gut und wichtig, daß hier verschiedene Verbände und auch die Hersteller zusammenarbeiten.

Ich möchte hier ein Kommentar von Herrn Dr. Muesch zu den Berufskrankheiten-Todesfällen vorstellen, das in der Zeitschrift "Arbeit-und Arbeitsrecht" veröffentlicht wurde:

" Wer sind die „Herren des Verfahrens“?

Die „Herren“ des Berufskrankheiten(BK)-Verfahrens sind laut SGB VII die „Unfall“-Versicherungsträger, also die sog. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen – aber: „Die Unfallversicherung ist insofern eine Haftpflichtversicherung der Unternehmer“.

Das für dieses Haftungsprivileg der Unternehmer nach § 104 SGB VII zuständige BMAS darf nicht nur unwidersprochen wie oben weiterhin zitiert werden, man muss darüber hinaus eigentlich sogar auch noch angesichts des BK-Präventionsdesasters die Verfassungs-mäßigkeit dieses Sachverhalts infrage stellen!

......

Rück-/Ausblick

Die mediale Tabuisierung der Berufskrankheiten-Todesfälle (überwiegend durch Berufskrebs) als das Präventionsversagen Nr. 1 bei den arbeitsbedingten Erkrankungen wird alljährlich dadurch komplettiert, dass die zuständigen „Berufskrankheiten“-Bundesminister den aufwendigen Jahresberichten bisher keinerlei kommentierenden Begleittext vorangestellt haben. Solange auch die Gewerkschaften schweigen und mitspielen, wird sich nichts ändern! "

Mehr unter https://safer-world.org/wp-content/uploads/2021/12/AuA_2021_07_Wer-sind-die-_Herren-des-Verfahrens___36-39.pdf

oder unter https://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/sites/default/files/public/data-fachartikel/AuA_2021_07_Wer-sind-die-_Herren-des-Verfahrens___36-39.pdf 

und https://www.müsch-berufskrankheiten.de/zur-person/pneumologie

Kommentar Scherrmann:

Ich denke, dieses von Dr. Muesch im Artikel beschriebene Berufskrankeiten-Präventionsdesaster hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Nicht-Wahrnehmung von Schadstoffbedingten Krankheitsursachen der gesamten Bevölkerung. Somit ist es meines Erachtens unumgänglich, die Vorgänge bei BK-Verfahren zu kennen, denn sie spielen eine Schluesselrolle bei der verharmlosenden Bewertung von krankmachenden Substanzen in unserer Umwelt.

Weitreichende Prävention bedeutet für mich eine schadstoffarme Umwelt im beruflichen und im privaten Bereich, in der wir Lebenden und auch die nächsten Generationen ein gesundes und lebenswertes Leben führen können.